Was ist Osteopathie?

Osteopathie ist eine sanfte, ganzheitliche Heilmethode, die mit den Händen ausgeführt wird. Funktionsstörungen des Körpers werden erkannt und mit speziellen osteopathischen Techniken behandelt. Osteopathie behandelt keine Symptome, sondern sucht nach den Ursachen von Krankheiten. Osteopathie hilft dem Körper, sich selbst zu heilen.

 

Prinzipien

Osteopathie sieht und behandelt den Mensch ganzheitlich. Der Mensch ist mehr als die Summe seiner Einzelteile. Alle Strukturen des Körpers, auch Seele und Geist, stehen miteinander in Verbindung. Erst ein harmonisches Zusammenspiel aller Strukturen ermöglicht es dem Körper gesund zu bleiben. Auf der Suche nach dem Krankheitsauslöser untersucht und behandelt der osteopathische Arzt stets den gesamten Körper und betrachtet das Umfeld des Patienten. Er versucht damit, das harmonische Zusammenspiel aller Strukturen des Körpers wiederherzustellen.

 

Struktur und Funktion

Struktur und Funktion beeinflussen einander wechselseitig. Nur ein harmonisches Zusammenwirken aller unterschiedlichen Strukturen mit ihren spezifischen Funktionen lässt den Körper optimal und uneingeschränkt funktionieren. Die geschulten Hände des osteopathischen Arztes können gestörte Funktionen des Körpers als veränderte Beweglichkeit der Struktur tasten. Mittels spezieller Techniken verhilft er der gestörten Struktur zu ihrer natürlichen Beweglichkeit zurück. Damit kann die Struktur wieder zu ihrer ursprünglichen Funktion finden.

 

Selbstheilung

Jeder Körper verfügt über Selbstheilungskräfte. Diese wirken nur, wenn der Körper gut ausbalanciert ist. Dann kann er Störungen aus eigener Kraft heilen. Durch seine Techniken hilft der osteopathische Arzt dem Körper, diese Kräfte wiederzuerlangen und sich damit selbst zu heilen.

 

Körperbereiche

Osteopathie sieht den Mensch als Einheit. Diese Einheit wird aus verschiedenen Perspektiven betrachtet. Sie besteht im Wesentlichen aus drei Bereichen, die untrennbar miteinander verbunden sind. Jedem Bereich sind bestimmte Teile des Organismus zugeordnet. Es handelt sich um den parietalen, den viszeralen und den kraniosakralen Bereich.

 

Hilfe durch Osteopathie

Pauschale Vorgaben, bei welchen Krankheitsbildern eine osteopathische Behandlung erfolgen kann, gibt es nicht. Osteopathie kann bei fast allen Störungen im Organismus helfen sowie präventiv eingesetzt werden. Schädliche Nebenwirkungen entstehen bei qualifizierter Behandlung nicht.

 

Anwendungsmöglichkeiten

  • Akute und chronische Schmerzen des Bewegungsapparats
  • Rückenschmerzen, Bandscheibenvorfall, Fibromyalgie, Morbus Sudeck
  • Vor - und Nachbehandlung von Operationen
  • Funktionelle Beeinträchtigungen von Gelenken z.B.: Kiefer, Schulter, Knie, Hüfte,  Fuss und Geweben z.B.: Nerven, Lymphatische Störungen bei Schwellungen
  • Funktionelle organische Beeinträchtigungen z.B.: Magen-Darm-Beschwerden, Verdauungsbeschwerden, Atembeschwerden (COPD, Asthma), Herz-Rhythmusstörungen 
  • Störungen nach Verletzungen und Unfälle
  • Vegetative Störungen z.B.: Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Migräne, Tinnitus, Hörsturz und Konzentrationsstörungen
  • Neurologische Störungen z.B.:Schlaganfall, ADHS

 

Möglichkeiten

Individuelle Behandlung der Faktoren, die zu der Störung im Organismus geführt haben. Erkennung und Wiederherstellung von gestörten Funktionsabläufen mit Besserung von Schmerzen, Anregung der Selbstheilungskräfte, Vorbeugung von Krankheiten (Funktionelle Störungen können erkannt und behandelt werden, lange bevor Krankheiten ausbrechen.)

 

Grenzen

Osteopathie ist kein Allheilmittel und keine Notfallmedizin ! Grenzen liegen dort, wo Selbstheilungskräfte des Körpers für die Heilung nicht ausreichen, z.B. bei akuten Entzündungen, schweren Erkrankungen, Tumoren. Zerstörte Strukturen können nicht repariert werden, aber begleitende Therapie ist möglich.

 

Osteopathie und Schulmedizin

Osteopathie baut auf schulmedizinischen Grundlagenfächern auf. In der Osteopathie ergänzen sich Wissenschaft und exaktes Spürvermögen der Hände zu einer eigenständigen Form der Medizin. Osteopathie und Schulmedizin ergänzen sich daher sinnvoll.

 

Qualifikation

Der Begriff „Osteopathie“ ist in Deutschland nicht gesetzlich geschützt. Osteopathie wird in Deutschland von Ärzten und Heilpraktikern ausgeübt. Osteopathie ist keine einfach und schnell erlernbare Behandlungsform. Voraussetzung für eine gute Behandlung ist eine fundierte mehrjährige Ausbildung. In Deutschland bilden verschiedene Institutionen Osteopathen nach festgeschriebenen Qualitätsstandards aus. Man sollte sich an Therapeuten halten, die bereitwillig Auskunft über ihren Ausbildungsweg geben und über ein anerkanntes Diplom verfügen. Die DAAO (Deutsch-Amerikanische Akademie für Osteopathie) bildet Ärzte mehrjährig in Zusammenarbeit mit Lehrern des „College of Osteopathic Medicine“ Philadelphia aus. Nach Absolvierung eines Grund- und Aufbauprogrammes wird ein „Diplom Osteopathische Medizin“ verliehen, das in Deutschland anerkannt ist.

 

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© Marlene Weingärtner